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Welterbe - Haithabu-Danewerk: Da geht noch mehr

„Glaubt ihr, dass das Vermarktungspotential des Welterbes mit den Euch bekannten Aktivitäten ausreichend genutzt ist?“ haben die WJ die junge Wirtschaft in und um Schleswig gefragt im Frühjahr 2019 und über 80% der Junioren antworten mit „Nein“. Über 85% der Junioren sehen in der Nutzung der Marke „Welterbe“ im Betrieb wenig Chancen oder gar keine Relevanz. Das zeigt Handlungsbedarf.
Marketingleiterin Andrea Simons von der Ostseefjord Schlei GmbH berichtete: „Seit 30. Juni 2018 sind wir Welterbe, seitdem ist viel geschehen.“ Sehr schnell wurde eine Kampagne entwickelt, ein Logo gestaltet, ein Film produziert, das Welterbe auf der internationalen Tourismusbörse (ITB) vorgestellt, Werbemittel organisiert, eine Welterbefeier vorbereitet, die sozialen Medien bestückt. „Die Besucherzahlen entwickeln sich sehr erfreulich, die Parkplätze rund um das Danewerk am Museum Haithabu reichen kaum aus“, berichtet sie. Nun gilt es, aus dieser Entwicklung weiteres Potential zu schöpfen. „Oben drüber“, so Andrea Simons, „muss Qualität ganz oben stehen. Welterbe sein ist ein Qualitätssiegel.“ „Wir bieten gerne Welterbe Patenschaften guten Qualitätsstandard an.“ Sagt Astrid Eggert, Welterbemanagerin. Sie sieht sich als Koordinatorin der unterschiedlichen Aktivitäten und Vorstellungen rund um das Welterbe. Sie stellte heraus, dass die vielen Akteure rund um diese Auszeichnung durchaus divergierende Vorstellungen haben. Er wird spannend sein, diese Akteure an einen Tisch zu bringen und für eine gemeinsame Strategie zu gewinnen.
Wismar ist Welterbe seit 2002 berichtet Norbert Huschner. Seit 1995 hat sich die Zahl der Übernachtungsgäste auf fast eine halbe Million Übernachtung versechsfacht und auch die Zahl der Tagesgäste ist auf 2,5 Mio. angestiegen. Beide zusammen bringen mehr als 100 Mio. Euro Kaufkraft in die Stadt mit knapp 45.000 Einwohnern. Sie geben rund die Hälfte im Gastgewerbe, ca. 37 Mio. im Einzelhandel und ungefähr 24 Mio. für Dienstleistungen aus. In den letzten fünf Jahren haben sich in Wismar drei neue 4*Hotels angesiedelt. Diese privaten Investitionen wären nicht getätigt worden, wenn die Wirtschaft nicht ein hohes Vertrauen in die positive Entwicklung der historischen Stadt hätte. Ein Welterbe Besucherzentrum wurde eingerichtet. Jedes Jahr wird ein Weltkulturerbe-Magazin herausgegeben. Um die Jugend zu erreichen, wird jährlich eine UNESCO Projektschule gesucht. Ganz wichtig ist Huschner, dass die Rezeptionen der Hotels und Gästeführer stets auf dem aktuellen Stand gehalten werden, die den Gästen einheitliche und aktuelle Informationen vermitteln.
Zum Schluss beschrieb Nicole Patzig als Jungunternehmerin des Akzenthotels Strandhalle ihre Wahrnehmung. „Wichtig zu wissen ist, dass dänische Gäste eher auf das Danewerk als auf Haithabu reflektieren. Außerdem wissen wir nun wie wir das Logo verwenden können. Schön wäre es, wenn das Schloss, Haithabu und Stadtmuseum nicht grundsätzlich gemeinsam am Montag geschlossen haben. Dann können wir den Gästen jeden Tag etwas anbieten. Der Jahreswechsel 2019/20 liegt besonders ungünstig. Montag ist dicht und an den folgenden Feiertagen auch. Vielleicht kann man da noch etwas anpassen.“ Begrüßen würde sie, wenn eine Museumskarte mit allen Attraktionen evtl. auch in Verbindung mit der Nutzung des ÖPNV geschaffen werden könnte.
Dirk Erny, Vorsitzender der Junioren, fasste zusammen, dass in der Auszeichnung Welterbe viel Potential, aber auch noch viel Arbeit steckt. Packen wir es gemeinsam an.

 

 

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